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Rheumaschub: Verstehen, erkennen, gegensteuern

28. Sept.
7 Min. Lesezeit

Rheumaschub verstehen: Was passiert im Körper, wie erkennst du Warnsignale und wie kannst du vorbeugen? Praktischer Ratgeber mit Tipps zur Bewältigung.


Rheumaschub: Verstehen, erkennen, gegensteuern | Rheumaschub in der Hand

Fakten für Eilige


  • Ein Rheumaschub ist eine vorübergehende Phase mit deutlich verstärkter Krankheitsaktivität. Er geht wieder vorbei.

  • Ein Schub dauert unterschiedlich lang, von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen.

  • Während eines Schubs greift das Immunsystem irrtümlich körpereigenes Gewebe an, oft in den Gelenken.

  • Typische Gelenksymptome sind Schmerzen, Schwellungen, Morgensteifigkeit, Rötung und Überwärmung.

  • Hinzu kommen oft Müdigkeit, Fieber, Gewichtsverlust und innere Unruhe.

  • Ein Vitamin-D-Mangel kann laut Studien das Risiko für einen Schub erhöhen, besonders bei rheumatoider Arthritis.



Inhalt | Rheumaschub




Was ist ein Rheumaschub?


Ein Rheumaschub ist eine Phase, in der die rheumatische Erkrankung besonders aktiv wird. Der Begriff "Phase" sagt es schon: Ein Schub geht vorüber.


Während eines Schubs verschlimmern sich die Symptome deutlich – Betroffene erleben verstärkte Schmerzen, Schwellungen und Steifigkeit in den Gelenken.



Wann tritt ein Rheumaschub auf?


Ein Rheumaschub tritt meistens plötzlich auf. Dann nehmen die Beschwerden stark zu. Es flammen Symptome wieder auf, die sich längst verbessert hatten oder es können auch neue Symptome hinzukommen.



Fragst du dich, an welchen Stellschrauben du noch drehen könntest, um Rheumaschübe zu verhindern? Dann bist du bei meinem Workbook zu inneren Stressoren genau richtig. Entdecke 7 verborgene Stressoren bei Rheuma. Schau doch mal rein.


Bei welchen Erkrankungen kommt es zu Rheumaschüben?


Rheumaschübe treten vor allem bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen auf, aber auch bei nicht-entzündlichen Formen wie Arthrose oder Gicht. Welche Erkrankungen das im Einzelnen sind:


Zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen gehören:


  • rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis)

  • Psoriasis Arthritis (Schuppenflechten-Arthritis)

  • Morbus Bechterew

  • Lupus

  • Weitere entzündlich-rheumatische Erkrankungen (Lies weiter: Was ist Rheuma?)

Ein Krankheitsschub kann aber auch bei nicht-entzündlichen rheumatischen Erkrankungen wie Arthrose oder bei Gicht auftreten.



Wie lange dauert ein Rheumaschub?


Ein Schub kann unterschiedlich lang sein – von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen. Die Dauer variiert von Mensch zu Mensch und von Fall zu Fall. Es spielt auch eine Rolle, wie du dich während des Schubs verhältst – ob du die Entzündungen befeuerst oder dir Ruhe gönnst. Besonders bei Ausbruch der Erkrankung haben Betroffene oft das Gefühl, dass sie ihrem Körper nicht mehr vertrauen können.


 

Was passiert im Körper während eines Rheumaschubs?


Während eines Schubs greift das Immunsystem irrtümlicherweise körpereigenes Gewebe an, oft sind es die Gelenke. Dies führt zu Entzündungen, Schwellungen und Schmerzen.



Was sind die Symptome eines Schubs bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen?


Ein Rheumaschub zeigt sich typischerweise an den Gelenken und wirkt sich zugleich auf den ganzen Körper aus. Welche Beschwerden im Einzelnen dazugehören:


Bei einem Rheumaschub kommt es zu Entzündungsprozessen in den Gelenken oder anderen Körperteilen. Ein oder mehrere Gelenke können entzündet sein. Organe wie die Augen, das Herz, die Lunge oder die Haut können ebenfalls betroffen sein.


Entzündlich-rheumatische Erkrankungen sind unter anderem: rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew, Psoriasis Arthritis, Lupus erythematodes, Sjögren-Syndrom und Vaskulitiden wie die Riesenzellarteriitis.


Welche Gelenkbeschwerden treten bei einem Rheumaschub auf?


Die typischen Symptome an den Gelenken sind:

  • Schmerzen

  • Schwellungen

  • Morgensteifigkeit

  • Rötungen

  • Überwärmung

Diese Symptome können sich von Person zu Person unterscheiden – je nach Rheuma-Art und individueller Ausprägung.

Welche allgemeinen Symptome begleiten einen Rheumaschub?

Betroffene berichten von allgemeinen Anzeichen, die den gesamten Körper betreffen:

  • Müdigkeit

  • Fieber

  • Gewichtsverlust

  • Innere Unruhe

  • Brain Fog (Gehirnnebel)

Warum ist innere Unruhe ein wichtiges Warnsignal?


Ein Rheumaschub wird sehr oft von einer gesteigerten inneren Unruhe begleitet. Sie kann deshalb ein gutes Frühwarnsystem sein.


Martina, eine Betroffene, beschreibt es so: "Wenn ein Schub im Anmarsch ist, merke ich das daran, dass ich innerlich unruhiger bin, obwohl ich mich nicht durch äußere Dinge gestresst fühle. Während eines Schubs bin ich auch unruhiger, weil die Schmerzen natürlich Stress bedeuten."

Was steckt hinter der inneren Unruhe bei einem Rheumaschub?


Die innere Unruhe vor und während eines Schubs kommt daher, dass die entzündlichen Prozesse das Nervensystem dysregulieren und Stressreaktionen im Körper auslösen. Das ist keine Einbahnstraße: Rheuma und Stress beeinflussen sich gegenseitig.



Welche psychische Belastung entsteht durch Rheumaschübe?


Die Ungewissheit, wann der nächsten Schub kommt und die Angst vor den damit verbundenen Schmerzen kann bei den Betroffenen einen ungesunden Kreislauf aus Stress und Schmerzen auslösen.


Viele Betroffene berichten von dem Gefühl, ihrem Körper nicht mehr vertrauen können.



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Gibt es immer eine klare Ursache für einen Rheumaschub?


Ein Rheumaschub hat selten eine einzelne Ursache. Meist wirken mehrere Auslöser zusammen, von Stress über Infektionen bis zu Vitamin-D-Mangel. Die häufigsten Auslöser im Überblick:

  • Stress (Lies weiter zu Rheuma und Stress)

  • Emotionale Belastungen

  • Rauchen

  • Wetterwechsel

  • Schlechter Schlaf

  • Infektionen

  • Verletzungen

  • Überanstrengung

  • Hormonelle Veränderungen (z.B. während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren)

  • Vitamin-D-Mangel

  • Entzündungsfördernde Ernährung

  • Übermäßiger Alkoholkonsum (>> Rheuma und Alkohol)

  • Absetzen von Rheuma-Medikamenten

  • Wechsel in der medikamentösen Therapie

Wie lösen verschiedene Faktoren einen Rheumaschub aus?

Die Auslöser wirken auf unterschiedliche Weise:


Stress, emotionale Belastungen und Infektionen können zu Rheumaschüben führen, indem sie das Nerven- und das Immunsystem aus dem Gleichgewicht bringen und eine Entzündungsreaktion im Körper auslösen oder verstärken.


Wetterwechsel und Überanstrengungen hingegen belasten den Körper körperlich und können dadurch einen Rheumaschub verursachen.


Welche Rolle spielt Stress bei Rheumaschüben?


Stress ist bei vielen Menschen mit Rheuma ein Schubauslöser oder Schmerzverstärker.

Mareike, eine Betroffene mit Rheuma, beschreibt ihre Erfahrung: "STRESS ist bei mir ein absoluter Faktor, der Schübe auslöst. Jedes Mal. Oft bei familieninternen Problemen, denen man sich nur schwer entziehen kann. 😢"

Die Wechselwirkung zwischen Rheuma und Stress ist komplex und verdient besondere Aufmerksamkeit bei der Schubprävention.



Auch interessant: 



Gibt es einen Zusammenhang zwischen Rheumaschüben und Vitamin D?

Ja, Studien deuten darauf hin, dass ein Vitamin-D-Mangel das Risiko für einen Rheumaschub erhöhen kann – insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis. Unser Immunsystem braucht Vitamin D als wichtigen Nährstoff; es kann die Entzündungsaktivität im Körper reduzieren.


Was ist über die Beziehung zwischen Vitamin D und Rheuma bekannt?


Die Beziehung zwischen Vitamin D und Rheuma ist noch nicht vollständig verstanden. Unklar ist, ob ein Vitamin-D-Mangel die Ursache für Rheuma oder die Folge der Erkrankung ist. Offen ist auch, welcher Vitamin-D-Spiegel für Menschen mit einer rheumatoiden Arthritis optimal ist. Ein gutes Vitamin-D-Niveau trägt auf jeden Fall zu unserer Gesundheit bei.


Was sollte ich bei Verdacht auf Vitamin-D-Mangel tun?


Wenn du denkst, dass ein Vitamin-D-Mangel zu deinem Rheumaschub beigetragen haben könnte, dann besprich es mit deiner Rheumatologin oder deinem Rheumatologen und lass deinen Vitamin-D-Spiegel durch eine Blutuntersuchung überprüfen.



Was kannst du tun, um einen Rheumaschub zu lindern?


Wenn du einen Rheumaschub hast, besprich dies am besten mit deiner Rheumatologin oder deinem Rheumatologen. Sie oder er kann beurteilen, ob entzündungshemmende Medikamente (zum Beispiel Kortison) sinnvoll sind und sie dir verschreiben. Das gilt auch für eine Physiotherapie oder Massagen, wenn sie nötig und hilfreich sind.


Was kannst du selbst tun, um einen Rheumaschub zu lindern?


Hier sind einige Strategien, die sich bewährt haben:




Fazit zu Rheumaschüben


Bei einem Rheumaschub ist die Krankheit besonders aktiv – Symptome können wieder aufflammen oder neu auftreten. Um die Beschwerden zu lindern, können entzündungshemmende Medikamente, Ruhe und Scheinfasten sowie Wärme- oder Kälte-Behandlungen helfen. 

 

Um Rheumaschüben vorzubeugen, kann ein Coaching eine sinnvolle Unterstützung sein. Ein professioneller Rheuma-Coach kann dich darin unterstützen, gesunde Gewohnheiten zu etablieren, die Entzündungen reduzieren und Strategien zu erarbeiten, um mit Schmerzen besser umzugehen. Wenn du wissen möchtest, ob ein Coaching für dich geeignet ist, vereinbare ein kostenloses Erstgespräch.



FAQ zu Rheumaschub


Wie erkenne ich, ob ich einen Rheumaschub habe?

Typische Anzeichen für einen Rheumaschub sind Schmerzen, Schwellungen, Rötungen, Steifigkeit und Wärme in den Gelenken oder anderen Körperbereichen. Außerdem kann es zu allgemeinen Beschwerden wie Müdigkeit, Fieber und Gewichtsverlust kommen.


Wenn du den Verdacht hast, dass du in einem Rheumaschub steckst, ist es ratsam, dich an einen Arzt oder eine Ärztin zu wenden – am besten an eine Rheumatologin oder einen Rheumatologen.

Ja, Stress kann ein Auslöser für einen Rheumaschub sein, weil er das Immunsystem beeinflussen und Entzündungen fördern kann. Mehr dazu findest du im Beitrag zu Rheuma und Stress.

Es ist unklar, ob Sauna bei einem Rheumaschub nützt oder schadet. Es gibt Berichte und Studien, die sagen: Die Wärme kann die Beweglichkeit und Schmerzen bessern. Andererseits können die hohen Temperaturen in der Sauna die Entzündungen verstärken und das bereits geschwächte Immunsystem zu stark beanspruchen, so dass du dich nach der Sauna noch erschöpfter fühlen kannst. Teste am besten, wie du reagierst.

Eine Alternative zur Saune ist eine Infrarot-Kabine. Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind hier niedriger und Infrarot-Strahlung kann Rheuma-Beschwerden positiv beeinflussen.

Im Winter scheint es mehr Rheumaschübe zu geben als zu anderen Jahreszeiten. Eine Erklärung ist, dass Kälte und Feuchtigkeit die Schmerzen und Entzündungen bei Rheuma verschlimmern können. Ein weiterer möglicher Grund: Im Winter fehlt es an Sonnenlicht als Quelle für Vitamin D, und ein Mangel an Vitamin D kann Rheuma-Symptome verstärken.



Quellen und weitere Informationen


 



Über die Autorin

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Martina Janning, Medizinjournalistin, Rheuma- & Hypnose-Coach

Martina Janning Rheuma Coach, Medizinjournalistin & selbst von Rheuma betoffen Als Rheuma Coach ist es Martinas Vision, dass Menschen mit Rheuma ohne Einschränkungen so leben können, wie es sie möchten. Martina ist seit 2017 selbst an Rheuma erkrankt. | Erfahre mehr über Martina, ihre Angebote und abonniere ihren Newsletter. | Folge ihr auf Instagram



 
 
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