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Rheuma und Stress: Was dir dein Arzt nicht verrät

Kann Stress einen Rheumaschub auslösen oder die Krankheit sogar verursachen? Zu Rheuma und Stress gibt es viele Fragen. In diesem Artikel beantwortete ich sie.


Rheuma und Stress: Frau fasst sich gestresst ins Gesicht


Das Wichtigste in Kürze: Stress kann Rheuma verschlimmern und Krankheitsschübe auslösen, er kann die Erkrankung aber nicht allein verursachen – dazu braucht es in der Regel eine genetische Veranlagung und weitere Faktoren. Besonders die kleinen Ärgernisse des Alltags heizen rheumabedingte Entzündungen an, stärker noch als einzelne große Krisen. Der Grund liegt im Hormon Cortisol: Bei chronischem Stress verliert es seine entzündungshemmende Wirkung. Wer Stress reduziert, kann den Verlauf von Rheuma günstig beeinflussen – mit Entspannungstechniken, Bewegung und dem Blick auf seine persönlichen Trigger.



Inhalt - Rheuma und Stress




Leidest du unter Rheuma und suchst nach Antworten? Bist du es leid, nur an den Symptomen herumzudoktern, ohne die Ursachen zu verstehen? Oder fragst du dich, an welchen Stellschrauben sich noch drehen lässt, um dein Leben mit Rheuma zu verbessern? Dann bist du bei meinem Workbook zu inneren Stressoren genau richtig. Entdecke 7 innere Stressoren – und wie du sie regulieren kannst


Kann Stress Rheuma verschlimmern?


Erst kommt der Stress, dann kommen die Schmerzen? Dieser Eindruck von Betroffenen zum Zusammenhang von Stress und Rheuma ist richtig. Stress hat oft stärkere Rheuma-Beschwerden im Schlepptau.


Untersuchungen zeigen: Auch niedrigschwelliger, aber anhaltender Alltagsstress kann rheumatische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis (RA), juvenile idiopathische Arthritis (JIA) und systemische Lupus Erythematodes (SLE) verschlimmern.


Denn Stress kann die Aktivität der rheumabedingten Entzündungen ankurbeln und die daraus resultierenden Rheuma-Beschwerden verstärken.


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Hier findest du Infos zum Thema: Mentale Gesundheit bei Rheuma


Was ist Rheuma?

Unter "Rheuma" fassen Mediziner über 100 verschiedene Krankheiten des rheumatischen Formenkreises zusammen. Die meisten betreffen den Bewegungsapparat. Die häufigste rheumatische Erkrankung ist die rheumatoide Arthritis. Eine rheumatische Erkrankung kann in jedem Alter auftreten. Lies mehr im Blogartikel: Was ist Rheuma?



Kann ein Rheumaschub durch Stress entstehen?


Es ist leider so: Stress kann einen Krankheitsschub auslösen, indem er die rheumabedingten Entzündungen und damit verbundenen Beschwerden wie Schmerzen, Schwellungen oder Erschöpfung anheizt.


"STRESS ist bei mir ein absoluter Faktor, der Schübe auslöst. Jedes Mal. Oft bei familieninternen Problemen, denen man sich nur schwer entziehen kann. 😢" Mareike, Betroffene mit Rheuma

Was ist ein Rheumaschub?

​Ein Rheumaschub ist eine Phase, in der die Krankheit besonders aktiv ist. Die Symptome sind dann stärker ausgeprägt, nachdem sie vorher schon besser waren, oder es kommen sogar neue Beschwerden hinzu. Betroffene merken vielfach schon vorher, wenn sich ein Schub anbahnt. Zum Beispiel berichten sie, dass sie ein allgemeines Krankheitsgefühl spüren, müder als sonst sind oder die Morgensteifigkeit zunimmt. Ein Rheumaschub kann Tage, Wochen oder sogar Monate dauern.


Erfahre die Symptome, was einen Rheumaschub auslöst und was bei einem Rheumaschub hilft.



Kann Rheuma durch Stress verursacht werden?


Im Alleingang kann Stress keine entzündlich-rheumatische Erkrankung verursachen. Rheuma entsteht immer im Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Eine genetische Veranlagung spielt dabei in den meisten Fällen eine wichtige Rolle – Betroffene tragen dann eine erhöhte Bereitschaft für Rheuma in sich.




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So wirkt Stress auf rheumatoide Arthritis


Tagsüber alles okay, aber dann: Abends nach der Arbeit kamen die Schmerzen und die Hände wurden steif. So war es bei mir persönlich. Irgendwann wurde mir klar, dass die Beschwerden nach sehr stressigen Tagen im Büro auftraten. Kein Einzelfall.


"Nach meiner Erfahrung spielt bei der rheumatoiden Arthritis wie auch bei den anderen Autoimmunerkrankungen Stress eine negative Rolle", schreibt Prof. Dr. Andreas Michalsen in seinem Buch "Heilen mit der Kraft der Natur".

Andreas Michalsen ist Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und lehrt Naturheilkunde an der Charité-Universitätsmedizin Berlin.


Dass Stress die rheumabedingten Entzündungen verstärken und zu Krankheitsschüben bei rheumatoider Arthritis führen kann, zeigt unter anderem eine Studie aus Pakistan.


Die Forschergruppe wollte wissen, wie erheblicher und über einen längeren Zeitdruck bestehender Stress auf rheumatoide Arthritis wirkt. Die Stressereignisse waren zum Beispiel Scheidung, Tod oder Krankheit eines nahen Angehörigen und finanzielle Schwierigkeiten. Solchen negativen Stress erlebte rund ein Drittel der knapp 500 Testpersonen.


Das Ergebnis war eindeutig: Die rheumatoide Arthritis war bei der gestressten Gruppe aktiver als in der stressfreien Vergleichsgruppe. Der Effekt hielt lange an: Sogar noch ein Jahr nach dem lange dauernden negativen Stress war die Krankheitsaktivität erhöht.


Die Forschergruppe fragte die Teilnehmenden an der Studie auch nach Stress daheim. Dabei zeigte sich: Diejenigen, die sich stärker gestresst fühlten, hatten eine höhere Krankheitsaktivität und mehr betroffene Gelenke.


Lies mehr über rheumatoide Arthritis



Wann wird akuter Stress zu chronischem Stress?


Akuter Stress versetzt den Körper in Alarmbereitschaft und bereitet ihn so auf eine bevorstehende Belastung vor.


Um die neue Anforderung wuppen zu können, braucht der Körper mehr Sauerstoff und Energie. Deshalb schüttet er die Hormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin aus.


Cortisol lässt den Fett- und Blutzuckerspiegel ansteigen, um das Gehirn ausreichend mit Energie zu versorgen. Adrenalin und Noradrenalin lassen den Blutdruck steigen und fahren solche Körperfunktionen zurück, die in dem Moment nicht so wichtig sind. Die Verdauung zum Beispiel.


Ist die Belastung vorbei, normalisieren die Körperfunktionen sich wieder. Die Produktion von Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin wird zurückgefahren. Leber und Nieren bauen die überschüssigen Stresshormone ab. Der Körper erholt sich.


Ist die Erholungsphase zu kurz, kann chronischer Stress entstehen. Es ist individuell verschieden, wann akuter Stress zu chronischem Stress wird und erste Anzeichen für gesundheitliche Schäden auftreten. Das hängt auch von der Persönlichkeit und den Strategien zur Stressbewältigung ab, die jemand hat.


Aber: Ist jemand bereits gestresst, entsteht mit der Zeit ein Zustand ständiger, erhöhter Erregungsbereitschaft. Immer kleinere Reize reichen, um den Körper in Alarmbereitschaft zu versetzen.






Was ist positiver Stress?


Ein freudiges Ereignis, etwas das Spaß macht oder sogar begeistert: Angenehme Reize können sogenannten positiven Stress auslösen. Wir sind dann zum Beispiel freudig erregt oder sogar in heller Aufregung. Vielleicht erleben wir Euphorie und Glücksgefühle.


Doch unserem Körper ist es weitestgehend egal, ob ein Stressereignis angenehm oder unangenehm ist – seine Reaktion ist fast gleich. Sowohl bei positivem als auch bei negativem Stress braucht der Körper mehr Energie als im Normalzustand.


Der Körper bereitet er sich darauf vor, indem er sich in Alarmbereitschaft versetzt. Wir werden dadurch aufmerksamer und konzentrierter. Auch Schmerzen nehmen wir weniger wahr.


Selbst im Flow-Zustand, wo du völlig konzentriert bei einer Sache bist und alles um dich herum vergisst, laufen die typischen Stressreaktionen in deinem Körper ab. Das war lange anders gedacht: Flow galt als fast stressfreier Zustand konzentrierter Leichtigkeit, in dem die Anstrengung mühelos fließt.


Neuere psychophysiologische Studien zeigen aber ein anderes Bild: Auch im Flow schüttet der Körper Cortisol aus, der Sympathikus ist aktiviert, der Puls steigt. Das Besondere am Flow ist nicht die Abwesenheit von Stress, sondern die moderate Dosierung – begleitet von einer gleichzeitigen Beruhigung über den Parasympathikus. Ist die Aktivierung zu niedrig, entsteht Langeweile; ist sie zu hoch, kippt Flow in Anspannung und Überforderung.


Ein anderes Beispiel für angenehmen Stress ist Sport oder Bewegung.


Wichtig: Auch nach positivem Stress braucht der Körper Erholung, damit seine Funktionen sich wieder normalisieren können. Bleibt angenehmer Stress dauerhaft bestehen, ohne dass Pausen folgen, kann er der Gesundheit schaden – bis hin zu Depression oder Burnout. In der Regel ist das Risiko bei negativ erlebtem Stress allerdings höher, weil hier zusätzlich belastende Gedanken, fehlendes Kontrollgefühl und Hilflosigkeit hinzukommen.



Was sind negative Stressoren?


Den einen nervt die laute Musik aus der Nachbarwohnung, einer anderen setzt der Konflikt mit der Kollegin zu. Kurzum: Was Stress auslöst, unterscheidet sich individuell.


Ob jemand etwas als stressig empfindest, hängt davon ab, wie er oder sie das Ereignis bewertet. Vielleicht kennst du das: Autoverkehr kann störender Verkehrslärm sein oder an ein entspannendes Meeresrauschen erinnern.


Sind wir schon gestresst, neigen wir leider dazu, Ereignisse eher als negativ zu bewerten. Dadurch verknüpfen Stressoren sich häufig miteinander und verstärken sich in ihrer Wirkung.


Am häufigsten sind Menschen gestresst durch:

  • körperliche Belastungen

  • psychische oder emotionale Belastungen

  • Umwelteinflüsse


Einige Belastungen erleben viele Menschen als Stressoren. Dazu gehören lebensverändernde Ereignisse, Übergänge im Leben und Ärgernisse des täglichen Lebens:

Körperliche Stressoren

Hunger Durst Schlafentzug Verletzung Schmerz Starke Funktionseinschränkungen

...

Psychische oder emotionale Stressoren

Zeitdruck Über- und Unterforderung Konkurrenz Zwischenmenschliche Konflikte Isolation und Trennung Sorgen und Ängste

...

Kritische Umwelteinflüsse

Lärm Hitze und Kälte Nässe Reizüberflutung

...

Lebensverändernde kritische Ereignisse

Verlust von Bezugspersonen Verlust wichtiger Rollen Arbeitslosigkeit plötzliche Einschränkung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit Starke Bedrohung der eigenen Sicherheit durch Naturkatastrophen, Kriege, Verbrechen etc.

...

Kritische Übergänge im Lebenslauf

Pubertät Adoleszenz und junges Erwachsenenalter Wechseljahre Berufseinstiege oder -ausstiege Auszug der Kinder (Leeres-Nest-Syndrom)

...

Ärgernisse des täglichen Lebens

Dauerhafte Alltagsprobleme Unzufriedenheit mit dem eigenen Äußeren Rollenkonflikte in Beruf und Familie Anhaltende Krankheiten, Funktionseinschränkungen oder Behinderungen

...



Welche negativen Stressoren sind bei Rheuma am schlimmsten?


Die kleinen Dinge zeigen große Wirkung: Besonders die Ärgernisse des täglichen Lebens verstärken die Beschwerden und rheumabedingten Entzündungen und sind ein möglicher Auslöser für Rheuma-Schübe.


Die Ärgernisse im Alltag, die als Minor Stress bezeichnet werden, bezeichnet jene Dinge, die zwar stören, aber keine lebensverändernden Ereignisse (major life events) sind.


Major Stressoren sind zum Beispiel der Tod einer Bezugsperson, Scheidung oder eine sehr schwere Erkrankung eines nahen Verwandten. Interessant ist: Hält ein Major-Stress-Ereignis nur kurz an, kann es die Krankheitsaktivität bei rheumatoider Arthritis sogar reduzieren. Der Grund liegt im Cortisol: Bei akutem Stress schüttet der Körper eine Cortisolwelle aus, und Cortisol hemmt Entzündungen. Bei chronischem Stress dagegen reagieren die Zellen immer schlechter auf Cortisol (Glukokortikoidresistenz), und die entzündungsbremsende Wirkung geht verloren. Das erklärt, warum kurzer Stress dämpfen, Dauerstress aber anheizen kann. Einige Studien zeigen diesen Effekt, andere bestätigen ihn nicht.


"Psychosoziale Stressoren, also das, was uns jeden Tag passieren kann, hat einen fundamentalen Einfluss auf Entzündungen bei rheumatoider Arthritis." Prof. Dr. Christian Schubert, Arzt und Psychologe

Bei systemischer Lupus erythematodes kann Minor Stress den Verlauf der chronischen Krankheit verschlechtern und mit Schüben verbunden sein. Das zeigte eine Studie für tägliche Konflikte in sozialen Beziehungen.


Bei juveniler idiopathischer Arthritis spielt Stress vor allem als Auslöser eine Rolle, während es für anderen entzündliche Rheuma-Erkrankungen bislang keine einheitlichen Daten gibt.



An welchen Symptomen du merkst, dass du zu viel Stress hast


Das Herz schlägt bis zum Hals, der Puls rast. Das sind Signale für Stress, die du vielleicht schon mal bemerkt hast, als du aufgeregt warst oder Angst hattest.


Auch langes Wachliegen im Bett kann ein Anzeichen für zu viel Stress sein, wenn dir Erlebnisse vom Tag durch Kopf gehen oder Sorgen über deine Zukunft mit Rheuma das Einschlafen verhindern.


Warnsignale für zu viel Stress zeigen sich körperlich, emotional, kognitiv und im Verhalten. Die Anzeichen für Überforderung sind sehr zahlreich. Dies sind einige davon:


  • sich ständig wiederholende Verhaltensweisen wie Fingernägel kauen, an den Haaren zupfen, mit den Füßen scharren, mit den Fingern trommeln

  • mit den Zähnen knirschen oder die Kinnlade mit einer Hand umklammern

  • Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich, Kopfschmerzen

  • Nervosität, Gereiztheit, Hilflosigkeit oder Angstgefühle

  • sich häufende Missgeschicke oder Vergesslichkeit, die sonst nicht passieren

  • Unkonzentriertheit, Brain Fog (Gehirnnebel) und ständig kreisende Gedanken

  • aufbrausend sein, andere unterbrechen, nicht zuhören können

  • unregelmäßig und ungesund essen

  • Pausen weglassen, sich nicht losreißen können

  • weniger Bewegung und Sport als gewünscht


Beobachte mal bewusst, welche Warnsignale dir Körper und Geist bei zu viel Stress senden. Vielleicht bemerkst du Symptome auf der Gefühlsebene oder in deinem Verhalten.


Wenn du deine persönlichen Warnsignale kennst, kannst du bei Stress frühzeitiger die Stoppkarte zeigen und für Ausgleich sorgen.


Dadurch verhinderst du, dass Belastungen rheumabedingte Entzündungen anheizen, Schmerzen und andere Beschwerden zunehmen oder ein Rheumaschub ausgelöst wird.



Gereizter durch Rheuma


Entzündungen durch Rheuma setzen das Gehirn unter Stress und erschöpfen unsere Impulskontrolle - mit Folgen für unser Verhalten. Neugierig, warum das passiert? Erfährst du hier.




Entspannungstechniken gegen Stress bei Rheuma


Es ist fatal: Wenn Entspannung am nötigsten wäre, fällt das Entspannen besonders schwer. Vielleicht kennst du das auch. Deshalb ist es gut, eine Entspannungstechnik zu beherrschen, wenn es eng wird. Denn durch regelmäßiges Üben fällt es leichter, in den Entspannungsmodus zu kommen.


Bewusstes Entspannen ist bei Rheuma doppelt wichtig. Denn Stress führt oft zu Verspannungen und die Verspannungen können bei Rheuma die Schmerzen und andere Beschwerden verstärken. So kann ein Teufelskreis entstehen, weil die Schmerzen wiederum stressen und Rheuma-Symptome verschlimmern.


Entspannungstechniken, die die körperliche Seite von Stress bei Rheuma berücksichtigen, sind besonders gut geeignet. Dazu zählen:

  • Autogenes Training

  • Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen

  • Yoga

  • Tai Chi

  • Qi Gong

  • Neurogenes Zittern

Bei Yoga, Tai Chi und Qi Gong verbinden sich meditative Elemente mit sanften, fließenden Übungen, die zusätzlich die Beweglichkeit fördern. Das empfinden viele Rheuma-Betroffene als sehr angenehm. Probier einfach aus, was für dich am besten passt. Fast alle Trainer:innen bieten Probestunden an.


Der Vagusnerv bekommt gerade viel Aufmerksamkeit. Die Aktivierung dieses "Entspannungsnervs" gilt als gutes Mittel zum Stressabbau. Außerdem gibt es erste Erfolge mit elektrischen Vagusnerv-Stimulation bei Rheuma. Lies weiter: Vagusnerv aktivieren


Grundsätzlich gilt: Bewegung ist ein tolles Mittel, um Stress abzubauen. In einer akuten Stresssituation eine schnelle Runde um den Häuserblock zu gehen, kann Wunder wirken. Erfahre mehr über Bewegung und Sport bei Rheuma



Neurogenes Zittern nach TRE bei Rheuma gegen Stress und Spannung

 

Zittern, um Stress abzubauen und mit Rheuma zur Ruhe zu kommen? Das mag kurios klingen, funktioniert aber wunderbar! Ich bin froh, dass ich diese Methode entdeckt habe. Sie hilft mir beim Entspannen nach einem stressigen Tag und verbessert meinen Schlaf - zum Beispiel bleiben die Muskelzuckungen aus, die ich sonst oft vor dem Einschlafen hatte.

 

Das Zittern, von dem ich spreche, heißt: Neurogenes Zittern nach TRE. Es ist ein spezielles Zittern, das durch Übungen ausgelöst wird, um Spannungen und Traumata aus dem Körper zu lösen. "TRE" steht für "Tension and Trauma Releasing Exercises".

 

Neurogenes Zittern nach TRE wurde von Dr. David Berceli entwickelt und basiert auf der Annahme, dass Zittern ein natürlicher Mechanismus des Körpers ist, um Stress und Traumata abzubauen.

 

Durch eine Reihe von systematischen Übungen gerät der Körper in einen Zustand, in dem er spontan zu zittern beginnt. Nach Bercelis Konzept soll dieses Zittern tiefsitzende muskuläre und neurogene Spannungen lösen und das Nervensystem beruhigen. Erste kleinere Studien deuten auf eine beruhigende Wirkung hin; die wissenschaftliche Evidenz ist aber noch begrenzt.


"Es begann mit einem Vibrieren in meinen Oberschenkeln, das sich zu einem Zittern steigerte. Es fühlte es sich unkontrolliert an, als ob der Körper von selbst entscheidet zu zittern." Martina

Bei Rheuma ist Neurogenes Zittern nach TRE eine große Hilfe, weil oft nicht nur die Gelenke, sondern auch die umliegenden Muskeln betroffen sind. Wenn diese Spannungen nachlassen, können sich auch Schmerzen und Steifheit bessern.


Außerdem soll Neurogenes Zittern nach TRE dabei helfen, das Nervensystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen, das bei rheumatischen Entzündungsprozessen häufig dysreguliert ist.

 

Wie Neurogenes Zittern nach TRE funktioniert, siehst du in diesem Video.




Den genauen Titel des Übungsbuchs zu dem Video findest du unten auf dieser Seite.


Ich habe mit diesem Buch Neurogenes Zittern nach TRE gelernt, aber es gibt auch TRE-Trainer, von denen du dich in die Methode einführen lassen kannst. 



Fazit zu Rheuma und Stress


Rheuma verursacht Stress und Stress verschlechtert Rheuma. Vor allem die Ärgernisse des täglichen Lebens schlagen negativ zu Buche.


Auch positive Stressereignisse können die rheuma-typischen Entzündungen und die daraus resultierenden Rheuma-Beschwerden anfeuern, wenn sie zu lange anhalten und der Körper sich nicht ausreichend danach erholen kann.


Es ist wichtig, auf Stress zu achten und aktiv etwas zu tun, um ihn zu reduzieren. Ein bewusstes Auseinandersetzen mit dem eigenen Stresslevel kann helfen, eine bessere Kontrolle über den Verlauf von Rheuma zu erlangen.


Stress zu reduzieren, hilft die Belastung auf den Körper und damit auch die Rheuma-Symptome zu verringern. Es lohnt sich, in die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden zu investieren.


Ein qualifizierter Rheuma-Coach kann dabei helfen, individuelle Stressfaktoren zu identifizieren und praktische Techniken zur Stressbewältigung zu erlernen. Dadurch können Rheuma-Patientinnen und -Patienten lernen, ihre Symptome besser zu managen und ein gesünderes Leben zu führen - privat und im Beruf. Wer also trotz Rheuma Karriere machen möchte und Beruf und Gesundheit vereinbaren will, sollte ein Rheuma-Coaching in Betracht ziehen.


Bist du bereit, dein Leben mit Rheuma aktiv zu gestalten? Lass uns zusammenarbeiten! Buche jetzt eine kostenlose Beratung und erfahre, wie dich Coaching und Hypnose dabei unterstützen können, deine äußeren und inneren Stressfaktoren gut zu managen und deine Lebenswünsche zu erreichen. Klicke einfach hier und mach den ersten Schritt in ein besseren Leben!



Häufige Fragen zu Rheuma und Stress


Wie wirkt Stress auf Rheuma?

Stress verschlimmert Rheuma auf zwei Wegen: Er heizt die rheumatypischen Entzündungen an und kann dadurch Krankheitsschübe auslösen. Besonders die kleinen Ärgernisse des Alltags wirken stark – stärker oft als einzelne große Krisen. Der Effekt gilt für rheumatoide Arthritis, juvenile idiopathische Arthritis und systemischen Lupus erythematodes gleichermaßen.

Warum verstärkt chronischer Stress Schmerzen?

Chronischer Stress verstärkt Schmerzen bei Rheuma auf zwei Wegen gleichzeitig.


Der muskuläre Weg: Anhaltende Anspannung lässt die Muskeln verkürzen und verhärten. Verspannungen in Nacken, Schultern oder Rücken kommen zu den rheumatischen Gelenkschmerzen hinzu und überlagern sie. Leider bemerken viele Betroffene die innere Anspannung nicht rechtzeitig.


Der entzündliche Weg: Bei chronischem Stress verliert das körpereigene Cortisol seine entzündungshemmende Wirkung, weil die Zellen immer schlechter darauf reagieren. Fachleute sprechen von Glukokortikoidresistenz. Die Folge: Entzündungsfördernde Botenstoffe wie Interleukin-6 und TNF-alpha steigen im Blut an – genau jene Zytokine, die bei rheumatoider Arthritis ohnehin erhöht sind.


So entsteht ein Kreislauf: Schmerzen stressen. Stress verstärkt Entzündung und Muskelspannung. Beides verstärkt die Schmerzen. Die Schmerzintensität steigt.

Welche Reaktionen auf Stress gibt es?

Soll ich die Anforderung annehmen oder nicht? Kampf oder Flucht sind die beiden Reaktionen, von denen die meisten Menschen schon gehört haben. Eine dritte Stressreaktion ist weniger bekannt: das Erstarren bzw. Einfrieren. Fight, flight und freeze heißen die drei Stressreaktionen im Englischen. Hinzukommt eine vierte Stressreaktion: fawn – das Ergeben. Es ist eine Unterwerfungsreaktion. Alle vier Stressreaktionen sind Reflexe; sie werden nicht von unserem Verstand gesteuert.



Jeder kann lernen, besser mit seinen persönlichen Triggern umzugehen und seine Lebensqualität positiv zu beeinflussen. Dafür habe ich ein spezielles Rheuma-Retrain-Coaching entwickelt, das auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und bewährten Coaching-Methoden basiert. Bist du aufgeschlossen für Hypnose? Dann könnte mein Hypnose-Coaching eine spannende Möglichkeit für dich sein, deine Rheuma-Trigger bewusster wahrzunehmen und zu regulieren – mit dem Ziel, deine Lebensqualität zu stärken.


Quellen


Kaluza, G. (2018): Stressbewältigung. 4. Auflage, Springer-Verlag. [Amazon-Link]*

Nibel, H. & Fischer, K. (2024): Neurogenes Zittern. Stress und Spannungen lösen. Das Original-TRE-Übungsbuch. Verlag Trias. [Amazon-Link]*

Haroon, M., Javed, S., Ullah, S. & Hashmi, F. (2023): Prevalence of Stress at Home and Its Significant Associations Among Patients With Rheumatoid Arthritis. Journal of Rheumatology 50(11), 1516–1517. https://www.jrheum.org/content/50/11/1516

Haroon, M. et al. (2021): Exposure to major psychological trauma or stress in the preceding one year significantly contributes to poor disease control in patients with rheumatoid arthritis. Single centre results from the PRIME registry cohort (POS0310). Annals of the Rheumatic Diseases 80(Suppl_1), 381. https://ard.bmj.com/content/80/Suppl_1/381.2

Peifer, C., Schulz, A., Schächinger, H., Baumann, N. & Antoni, C. H. (2014): The relation of flow-experience and physiological arousal under stress – Can u shape it? Journal of Experimental Social Psychology 53, 62–69.

Cohen, S., Janicki-Deverts, D., Doyle, W. J., Miller, G. E., Frank, E., Rabin, B. S. & Turner, R. B. (2012): Chronic stress, glucocorticoid receptor resistance, inflammation, and disease risk. Proceedings of the National Academy of Sciences 109(16), 5995–5999.

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Über die Autorin


Marina Janning, Medizinjournalistin, Rheuma- & Hypnose Coach

Martina Janning

Rheuma Coach, Fachkraft für Stressmanagement (IHK) & selbst von Rheuma betroffen

Als Rheuma Coach ist es Martinas Vision, dass Menschen mit entzündlichem Rheuma ohne Einschränkungen so leben können, wie sie es möchten. Martina ist seit 2017 selbst an Rheuma erkrankt und heute nahezu beschwerdefrei. | Erfahre mehr über Martinas Angebote und abonniere ihren Newsletter. | Folge ihr auf Instagram.



 
 
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