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Rheuma und Gedächtnis: Was dein Kopf mit deinen Gelenken zu tun hat

Aktualisiert: 9. Juni

Du vergisst mehr, seit du Rheuma hast? Rheuma und Gedächtnis hängen zusammen. Eine Großstudie zeigt, was Rheuma und kognitive Beeinträchtigungen verbindet. Lies, was du tun kannst.


Rheuma und Gedächtnis hängen zusammen

Das Wichtigste in Kürze


Menschen mit rheumatoider Arthritis haben laut einer südkoreanischen Studie ein rund 22 Prozent höheres Risiko, kognitive Beeinträchtigungen zu entwickeln als Menschen ohne Rheuma. Die Ursache liegt vermutlich in der chronischen Entzündung selbst – nicht in den Medikamenten. Das ist keine Kleinigkeit: Kognitive Probleme treten bei rheumatoider Arthritis häufiger auf als Herzinfarkte.



Inhalt – Rheuma und Gedächtnis




Was die Studie zu Rheuma und Gedächtnis zeigt


Südkoreanische Forschende haben über 26.000 Menschen mit neu diagnostizierter rheumatoider Arthritis mehr als neun Jahre lang begleitet und mit ebenso vielen gesunden Vergleichspersonen verglichen. Das Ergebnis ist eindeutig: Wer Rheuma hat, entwickelt häufiger kognitive Beeinträchtigungen.


Konkret entwickelten rund elf Prozent der Betroffenen im Beobachtungszeitraum eine kognitive Beeinträchtigung – gegenüber neun Prozent in der Kontrollgruppe.


Nach Berücksichtigung anderer Erkrankungen blieb das Risiko für Betroffene mit rheumatoider Arthritis um etwa 22 Prozent erhöht.


Dabei geht es nicht nur um Demenz. Der größte Teil der Diagnosen entfiel auf sogenannte leichte kognitive Störungen – also genau das, was viele Betroffene als Brain Fog – auf deutsch Gehirnnebel – kennen: Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit, das Gefühl, langsamer zu denken als sonst.


Und noch eine Zahl verdient Aufmerksamkeit: Kognitive Beeinträchtigungen treten bei Rheuma-Betroffenen häufiger auf als schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse. Trotzdem haben Ärzte und Ärztinnen sie in der Routineversorgung kaum auf dem Radar.




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Warum die Entzündung auch im Kopf ankommt


Rheumatoide Arthritis ist keine reine Gelenkerkrankung. Die chronische systemische Entzündung, die bei rheumatoider Arthritis im ganzen Körper wirkt, kann auch die sogenannte Blut-Hirn-Schranke beeinträchtigen. Gelangt die Entzündung ins Gehirn, sprechen Fachleute von Neuroinflammation – und die kann sich auf kognitive Funktionen auswirken.


Das ist biologisch plausibel und keine neue Idee. Neu ist die Größe des Belegs: eine bevölkerungsbasierte Studie mit über 50.000 Personen und einem Beobachtungszeitraum von fast einem Jahrzehnt.


Was das bedeutet: Ist die rheumatische Entzündung gut kontrolliert, schützt das nicht die Gelenke, sondern sorgt auch für mehr geistige Klarheit.



Entwarnung bei Medikamenten


Eine Sorge, die ich in meiner Arbeit immer wieder höre: "Kommt die Vergesslichkeit von den Rheuma-Medikamenten?"


Hier gibt die Studie Entwarnung. Weder konventionelle Basistherapien noch Biologika erhöhen das Risiko für kognitive Störungen. Im Gegenteil: Es gibt Hinweise, dass eine konsequente antirheumatische Therapie das Risiko eher reduziert, weil sie die Entzündung dämpft und damit auch die Neuroinflammation.


Die kognitiven Probleme kommen vom Rheuma selbst, nicht von den Mitteln, die dagegen helfen.



Was das für deinen Alltag bedeutet


Vielen Betroffenen bringt die Studie eine Entlastung, weil sie schwarz auf weiß belegt: Was du erlebst, ist real. Es ist biologisch erklärbar. Es ist weder Einbildung noch das Alter.


Der Befund erfordert aber auch mehr Aufmerksamkeit, weil kognitive Gesundheit aktiv mitgedacht werden sollte – von dir und von deinem Behandlungsteam.

 

Ein paar Ansatzpunkte, die sich in der Forschung und in meiner Coaching-Praxis bewährt haben:


  • Entzündung im Griff halten. Die Studie unterstreicht, wie wichtig eine konsequente Therapie für den ganzen Körper ist. Antientzündliche Ernährung kann einen wichtigen Betrag leisten. Lies mehr über Ernährung bei Rheuma.

  • Schlaf ernst nehmen. Schlechter Schlaf und kognitive Einbußen verstärken sich gegenseitig. Wer für guten Schlaf sorgt, investiert in seine geistige Klarheit. Lies dazu auch: Brain Fog bei Rheuma.

  • Stress reduzieren. Chronischer Stress heizt Entzündungen an – und damit auch die Prozesse, die im Kopf ankommen. Was dir dabei hilft, findest du im Artikel Rheuma und Stress.

  • Mit deiner Rheumatologin oder deinem Rheumatologen sprechen. Wenn du merkst, dass du dich schlechter konzentrieren kannst oder häufiger etwas vergisst, sprich das aktiv an. Es gehört zum Krankheitsbild dazu und verdient Aufmerksamkeit.



Fazit zu Rheuma und Gedächtnis


Kognitive Gesundheit ist bei Rheuma ein Thema, das ins Zentrum gehört.


Das Gute: Wer die Entzündung konsequent behandelt, Stress reduziert und gut schläft, tut damit auch etwas für seinen Kopf. Glaub mir: Du hast mehr Einfluss, als du vielleicht denkst.



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FAQ


Kann ich Gedächtnisprobleme bei Rheuma selbst beeinflussen?

 Ja! Wer die Entzündung konsequent behandelt, gut schläft und chronischen Stress reduziert, tut damit auch etwas für seinen Kopf

Kommen die kognitiven Probleme von den Medikamenten?

Nein. Die Studie zeigt klar: Weder Basistherapien noch Biologika erhöhen das Risiko für kognitive Störungen. Im Gegenteil kann eine konsequente Therapie das Risiko sogar senken, weil sie die Entzündung dämpft, die auch im Gehirn ankommen kann.

Soll ich kognitive Probleme beim Arzt ansprechen? 

Unbedingt. Brain Fog, Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit gehören zum Krankheitsbild der rheumatoiden Arthritis und sind biologisch erklärbar. Wer das aktiv anspricht, bringt ein wichtiges Thema in die Versorgung, das dort bisher zu wenig Aufmerksamkeit bekommt.



 Quelle


Kwon OC et al. Cognitive impairment risk in patients with rheumatoid arthritis: a population-based cohort study. RMD Open 2026;12



Über die Autorin


Martina Janning | Rheuma Coach & Psychologische  Beraterin

Martina Janning 

Rheuma Coach, Fachkraft für Stressmanagement (IHK) & selbst von Rheuma betroffen

Als Rheuma Coach ist es Martinas Vision, dass Menschen mit entzündlichem Rheuma ohne Einschränkungen so leben können, wie sie es möchten. Martina ist seit 2017 selbst an Rheuma erkrankt und heute nahezu beschwerdefrei. | Erfahre mehr über Martinas Angebote und abonniere ihren Newsletter. | Folge ihr auf Instagram.



 
 
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