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Rheuma und Kaffee: 10 häufige Fragen

Was ist dran am Rheumafaktor Kaffee? Schadet Kaffee den Gelenken? Die Einschätzung hat sich über die Jahre verändert. Klar ist: Das Koffein spielt eine wichtige Rolle beim Thema Rheuma und Kaffee - nicht nur bei der Einnahme von Methotrexat (MTX).


Frau trinkt Kaffee | Rheuma und Kaffee

 

Überblick: 10 häufige Fragen zu Rheuma und Kaffee



 

Was ist Rheuma?

Rheuma ist ein Oberbegriff für sehr viele rheumatische Erkrankungen. Je nach Definition gibt es 100-400 verschiedene Rheumakrankheiten. Rheuma betrifft oft die Gelenke und den Bewegungsapparat. Rheuma verursacht Schmerzen und ist bislang unheilbar. Lies mehr über Rheuma und was es ist.


Rheumafaktor Kaffee: Erhöht Kaffee das Risiko für Rheuma?


Eine oft gestellte Frage zu Rheuma und Kaffee ist: Kann Kaffee Rheuma auslösen? Die Einschätzung, ob Kaffee Rheuma auslösen kann, hat sich über die Jahre verändert. Ältere Studien sahen ein erhöhtes Risiko ab vier Tassen Kaffee am Tag. Eine große jüngere Studie fand indes keinen Zusammenhang zwischen Rheuma und Kaffee.


Bei allen Untersuchungen ging es um den Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und dem Risiko, eine rheumatoide Arthritis zu bekommen.


Die beiden älteren Studien mit rund 26.000 Teilnehmende sahen ein erhöhtes Risiko für Gelenkentzündungen bei Menschen, die täglich vier oder mehr Tassen Kaffee tranken. Aber: Der Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und rheumatoider Arthritis war in einer der beiden Studien nur dann signifikant, wenn die Untersuchten außerdem rauchten.


In der jüngeren, groß angelegten Beobachtungsstudie wurden die Daten von mehr als 121.000 Frauen über einen Beobachtungszeitraum von 18 Jahren untersucht. Die Wissenschaftler:innen wollten wissen, ob Kaffee, Tee oder die Koffeinmenge selbst das Risiko erhöht, eine rheumatoide Arthritis zu entwickeln.

Das Ergebnis: Bei keiner Frau war ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von koffeinhaltigem oder entkoffeiniertem Kaffee oder Teeverzehr und dem Auftreten von rheumatoider Arthritis festzustellen.


Infos zum Rheumafaktor im Rheuma-ABC


Was ist rheumatoide Arthritis?

Rheumatoide Arthritis ist die häufigste Rheumaerkrankung. Die ersten Symptome zeigen sich meistens an den Fingern und Händen. Die Gelenke schwellen an, schmerzen und sind steif. Rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunkrankheit, bei der Entzündungen die Gelenke attackieren.

Mehr zu den ersten Symptomen von rheumatoider Arthritis liest du hier



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Ist Kaffee bei Rheuma verboten?


Immer wieder mal gibt es die Empfehlung, bei bestehenden Gelenkerkrankungen keinen Kaffee zu trinken. In der Regel verschlimmert Kaffee Gelenkbeschwerden aber nicht.


Gelenkschmerzen durch Kaffee treten nur vereinzelt auf. Bei manchen Menschen mit Rheuma werden Gelenkschmerzen aber plötzlich schlimmer, nachdem sie eine Tasse Kaffee getrunken haben. Der Grund dafür ist noch unverstanden. Eine Vermutung ist, dass der Kaffee bei diesen Menschen das Immunsystem anregt und es deshalb zu einem Schub kommt.


Die US-amerikanische Arthritis-Gesellschaft geht davon aus, dass das Trinken von Kaffee für Menschen mit rheumatischen Erkrankungen keine gesundheitlichen Nachteile bringt. Ihre Empfehlung lautet: mäßig Kaffee trinken, bis zu vier Tassen Kaffee pro Tag.


Infos zu: Was ist Rheuma ?


 

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MTX und Kaffee: Was ist zu beachten?


Vielleicht hast du das mal gelesen: Der Beipackzettel von Methotrexat (MTX) warnt vor übermäßiger Koffeinzufuhr. Wenn du MTX einnimmst oder spritzt, solltest du deine tägliche Koffeinmenge im Blick behalten.


Der Hintergrund der Warnung ist, dass Koffein die Wirkung von Methotrexat herabsetzt. Koffein kann durch eine Hemmung des sogenannten Adenosins die Aufnahme des MTX und dadurch seine Wirkung beeinträchtigen.


Das gilt offenbar auch für die Nebenwirkungen von Methotrexat. Manche Rheumatolog:innen empfehlen deshalb am Therapietag zwei bis drei Tassen Kaffee gegen die Übelkeit zu trinken, die eine häufige Nebenwirkung von MTX ist. MTX wird meistens einmal pro Woche eingenommen oder gespritzt.


Viele Menschen mit entzündlichem Rheuma nehmen Kortison, du vielleicht auch. Wusstest du, dass Kortison dazu führen kann, dass dein Körper Koffein schlechter verstoffwechselt. Dadurch wirkt Kaffee stärker oder länger. Manchmal kann das hilfreich sein, aber natürlich nicht bei Schlafstörungen.


Was ist MTX?

MTX ist die Abkürzung für Methotrexat. Methotrexat ist ein Medikament, das bei entzündlichen Erkrankungen eingesetzt wird. Beispiele sind rheumatoide Arthritis und Psoriasis.


Ist Kaffee gesund?


Viele Menschen haben die Erfahrung gemacht, dass ihnen bereits eine Tasse Kaffee hilft, lästige Kopfschmerzen zu vertreiben. Dabei schwören viele auf einen Schuss Zitrone im Kaffee.

Die Zitrone, so heißt es, soll körpereigene schmerzhemmende Botenstoffe aktivieren. Gesichert ist dabei aber nur die Wirkung des Koffeins. Es beeinflusst die Spannung der Aderwände im Gehirn und damit auch die Durchblutung.

Ob Kaffee gesund oder ungesund ist, hängt wesentlich von der Dosis ab. Zu viel Kaffee kann schädlich sein. Denn das enthaltene Koffein ist in sehr hoher Dosierung giftig. Bei Erwachsenen wirken etwa zehn Gramm tödlich. Das entspricht einer Kaffeemenge von rund 100 Tassen.

Empfindliche Menschen können schon nach 200 bis 300 Milligramm Koffein mit Unruhe, Schlafstörungen und Übelkeit reagieren.

Zu viel Kaffee kann auch für die Knochen ungesund sein. Das Koffein bewirkt, dass der Körper Kalzium schlechter aufnehmen kann. Weil Kalzium wichtig für die Stabilität der Knochen ist, kann zu viel Koffein das Risiko für Osteoporose erhöhen.

Wenn du als Rheumapatient:in Kortison einnimmst, hast du wegen des Kortisons sowieso ein erhöhtes Risiko, eine Osteoporose zu entwickeln. Das ist eine mögliche Nebenwirkung von Kortison. Behalte deinen Koffeinkonsum also gut im Blick.

Ein Punkt zur Verträglichkeit von Kaffee: Koffeinhaltiger Kaffee regt die Produktion von Magensaft an. Wer mit Sodbrennen auf Kaffee reagiert, sollte ihn nicht auf leeren Magen trinken und einfach mal verschiedene Sorten und Zubereitungsarten ausprobieren. Ein Tipp: Kaffee aus reinen Arabica-Bohnen sind recht bekömmlich, weil sie von Natur aus säurearm sind.


 

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Wie viel Kaffee ist unbedenklich?


Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2015 eine Risikobewertung für Koffein gemacht. Das Ergebnis: Eine Einzeldosis von 3 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht sei unbedenklich.


Das bedeutet, dass eine Frau mit einem Gewicht von 60 Kilogramm 180 Milligramm Koffein als Einzeldosis zu sich nehmen könnte. Eine Tasse Kaffee ist davon weit entfernt: Sie enthält je nach Stärke zwischen 30 und 100 Milligramm Koffein.


Die EFSA stuft eine Menge von bis zu 400 Milligramm - also ungefähr vier Tassen Kaffee - über den Tag verteilt bei gesunden Erwachsenen als unbedenklich ein.


Frauen, die stillen, sollten am Tag laut EFSA maximal 200 Milligramm Koffein zu sich nehmen. Das gilt auch für Schwangere, wichtig hier: Die Koffeinmenge sollte sich über den Tag verteilen. Sonst besteht die Gefahr, dass der Fötus schlechter wächst.



Wie viel Koffein enthalten Getränke?

​Filterkaffee (150 ml)

50-100 mg

Entkoffeinierter Kaffee (150 ml)

3 mg

Espresso (50 ml)

50-150 mg

Cappuccino (150 ml)

27 mg

Schwarztee (150 ml)

20-60 mg

Kakao (150 ml)

2-8 mg

​Energy Drink (250 mg)

80 mg

Cola (330 mg)

32-60 mg

Quelle: Deutscher und österreichischer Kaffeeverband



Wie schnell wirkt Koffein?


Es dauert etwa 15 bis 30 Minuten, bis Koffein im Körper wirkt. Koffein gelangt von Magen und Dünndarm ins Blut und verteilt sich im gesamten Körper. Weil Koffein die Blut-Hirn-Schranke passiert, gelangt es auch ins Gehirn.


Abgebaut wird Koffein nach einigen Stunden in der Leber und wird dann über die Nieren wieder aus dem Körper ausgeschieden.


Koffein wirkt als Wachmacher, weil es ein Molekül blockiert, das müde macht - das Adenosin. Weil sich die beiden Moleküle ähneln, kann Koffein im Gehirn die Adenosin-Rezeptoren besetzen. Das verhindert, dass der Körper Müdigkeitssignale erhält. Dieser Effekt kann ein bis zwei Stunden anhalten.


Zugleich stimuliert Koffein das zentrale Nervensystem. Es bewirkt, dass die Stresshormone Adrenalin und Cortisol vermehrt ausgeschüttet werden. Dadurch verengen sich die Blutgefäße und lassen den Blutdruck steigen.


Auch die Sauerstoffversorgung der Zellen verbessert sich. Das gesamte Herzkreislaufsystem wird angeregt. Die Konsequenz ist, dass der Körper wachsamer und leistungsfähiger wird. Wir können uns besser konzentrieren und fühlen uns fitter.



Wie lange wirkt Koffein?


Die Halbwertszeit von Koffein beträgt im Schnitt vier Stunden. Das heißt, nach dieser Zeit hat der Körper etwa die Hälfte des im Kaffee enthaltenen Koffeins abgebaut.


Jedoch: Der Abbau von Koffein unterscheidet sich stark von Mensch zu Mensch. Es spielen unter anderem Alter, Gewicht oder die individuelle Empfindlichkeit eine Rolle.


Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (ESFA) gibt daher einen Schwankungsbereich von 2 bis 8 Stunden bei der Halbwertszeit an.



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Warum ist morgens die falsche Zeit zum Kaffeetrinken?


Morgens erst mal einen Kaffee trinken, kennst du das? Vielleicht ändert es deine Gewohnheit, wenn du erfährst, dass Kaffee am Morgen kein guter Start in den Tag ist.


Zwischen 8 und 9 Uhr produziert der menschliche Körper nämlich ohnehin das Wachmacher-Hormon Cortisol. Kaffee erhöht die Cortisolbildung noch - und das stresst den Körper. Die Folge ist, dass wir anfälliger für Stress und Krankheiten werden.


Außerdem entsteht auf diese Weise rasch eine Gewöhnung an das Koffein und wir müssen immer mehr Kaffee trinken, damit er wachmachend wirkt.


Die beste Zeit, um sich mit einem Kaffee zu stimulieren, ist laut einer US-amerikanischen Studie zwischen 9:30 Uhr und 11:30 Uhr sowie zwischen 13:30 Uhr und 17 Uhr.


Dann ist der Cortisol-Spiegel auf einem Tiefpunkt und der Koffein-Schub bringt die Leistung auf Hochtouren.



Rheuma und Kaffee: Ein Fazit


Gegen Kaffee in Maßen - also bis zu vier Tassen pro Tag - scheint in der Regel nichts einzuwenden zu sein. Das entspricht auch der Empfehlung der US-amerikanischen Arthritis-Gesellschaft.


Bei mehr als 4 Tassen Kaffee am Tag ist eine Reduzierung ratsam. Vielleicht klappt das nicht von heute auf morgen. Denn das Ändern von Ess- und Trinkgewohnheiten ist ein Prozess. Aber es lohnt sich, bei Rheuma durch die richtige Ernährung seine Selbstheilungskräfte zu stärken. Als Happy End warten mehr Schmerzfreiheit, Beweglichkeit und Lebensfreude.




FAQ zu Rheuma und Kaffee

Ist Kaffee ein verbotenes Lebensmittel bei Rheuma?

Kaffee ist bei Rheuma nicht verboten. Die US-amerikanische Arthritis-Gesellschaft rät zu mäßigem Kaffeekonsum und empfiehlt nicht mehr als vier Tassen Kaffee am Tag zu trinken.

Was muss ich bei MTX und Kaffee beachten?

Was muss ich bei Kortison und Kaffee beachten?