Yager Code – Wenn das Unterbewusstsein zur Chefetage wird
- Martina Janning

- 31. Okt.
- 5 Min. Lesezeit
Der Yager Code arbeitet mit dem Unterbewusstsein, um psychische Blockaden sanft zu lösen und veralterte Muster neu zu programmieren.

Inhalt - Yager Code
Was ist der Yager Code?
Stell dir vor, in deinem Kopf sitzt so Art weise Generaldirektorin, die Zugriff auf sämtliche Akten deines Lebens hat – inklusive der Daten, die du längst gelöscht glaubtest. Genau diese Vorstellung liegt dem Yager Code zugrunde, einer psychotherapeutischen Methode, die der US-Psychologe Dr. Edwin K. Yager Jahren entwickelt hat.
Die Grundidee vom Yager Code: Irgendwo in den Tiefen unseres Geistes existiert ein "Zentrum" oder "höheres Bewusstsein", das weiß, welche Erlebnisse und Erfahrungen noch heute unser Verhalten, unsere Ängste oder unsere Beziehungsmuster steuern.
Grundannahme: Der Geist hat drei Ebenen
Der Yager-Code hieß ursprünglich Subliminal Therapy. Der US-Psychologe Dr. Edwin K. Yager hat ihn in den 1970er Jahren entwickelt. Der Yager Code basiert auf der Idee, dass wir nicht nur ein Bewusstsein und ein Unterbewusstsein haben, sondern auch eine dritte Ebene: ein höhere Bewusstsein.
Yager unterschied drei Ebenen des Geistes:
1. das Bewusstsein – das, was wir im Alltag wahrnehmen
2. das Unterbewusstsein – wo Erinnerungen, Gewohnheiten und Emotionen gespeichert sind
3. das höhere Bewusstsein, das Yager auch "Zentrum" nennt
Der Yager Code arbeitet mit dem höheren Bewusstsein – im Unterschied zu klassischen Gesprächstherapien, die beim Bewusstsein ansetzen, und zu Hypnose, die unbewusste Muster anspricht.
Der Coach oder Therapeut fungiert dabei als Vermittler, der mit diesem inneren "Zentrum" kommuniziert: Dies passiert nicht direkt, sondern über den Klienten selbst. Kurz gesagt: Der Coach oder Therapeut stellt die Fragen, das Zentrum liefert die Antworten, und die Klientin oder der Klient ist das Medium.
Wie läuft eine Yager Code-Sitzung ab?
Nehmen wir an, du hast eine chronische Erkrankung – vielleicht entzündliches Rheuma, Migräne oder Arthrose. Die Angst vor dem nächsten Schub beherrscht deinen Alltag: Jede Unruhe, jedes Kribbeln, jede Müdigkeit wird zur möglichen Vorboten-Panik. Du traust dich kaum noch, Pläne zu machen oder dich zu freuen, weil die Angst vor dem nächsten Rückfall wie ein Schatten über allem liegt.
Schritt 1: Das Vorgespräch
Eine Sitzung mit dem Yager-Code beginnt mit einem kurzen Vorgespräch. Coach und Klient:in klären gemeinsam, worum es geht und welches Ziel erreicht werden soll. Es folgt eine Entspannungsphase oder eine Hypnose – je nach Wunsch der Klient:in. Es wird besprochen, wie das höhere Bewusstsein angesprochen werden soll – mit "Zentrum", "innere Weisheit" oder anders?
Schritt 2: Die Kontaktaufnahme
Der Coach oder Therapeut bittet dich zunächst, mit "Zentrum" in Kontakt zu treten. Das geschieht über eine Art innere Fokussierung: Du vorstellst dir vor, dass dieser Teil von dir existiert und bereit ist zu kommunizieren. Die Antworten dieses Zentrums kommen als Gedanken, Gefühle oder manchmal einfach als unbestimmtes "Wissen".
Schritt 3: Die Spurensuche
Jetzt wird das Zentrum beauftragt, die Ursachen für deine Angst vor dem nächsten Krankheitsschub zu finden. Und hier kommt der Clou: Du selbst musst dich nicht bewusst erinnern. Das Zentrum sucht eigenständig in deinen Erfahrungen – vielleicht findet es den Moment der Diagnose, als du dich völlig hilflos gefühlt hast, vielleicht einen besonders schlimmen Schub, der dich emotional besonders mitgenommen hat, vielleicht auch die Erzählungen anderer Betroffener, die sich tief in dein Unterbewusstsein eingegraben haben.
Schritt 4: Die Umprogrammierung
Sobald das Zentrum die problematischen "Konditionierungen" identifiziert hat, soll es diese neu bewerten und dadurch auflösen. Der Coach oder Therapeut gibt sozusagen den Auftrag: "Liebes Zentrum, bitte korrigiere diese Verknüpfungen, die mit der Angst vor dem nächsten Schub verbunden sind." Und dann macht das Zentrum genau das. Die traumatischen Erinnerungen an frühere Schübe sollen ihre emotionale Ladung verlieren, die Hilflosigkeit sich auflösen.
Schritt 5: Die Erfolgskontrolle
Nach der Sitzung prüft ihr, ob die Angst vor dem nächsten Schub sich verändert hat. Idealerweise denkst du jetzt an mögliche Krankheitssymptome und spürst ... nichts. Oder zumindest deutlich weniger Panik. Statt sofort in Katastrophendenken zu verfallen ("Das ist bestimmt der nächste Schub!"), kannst du die Signale deines Körpers nüchterner wahrnehmen und zwischen normalen Schwankungen und echten Warnzeichen unterscheiden.
Wie lange dauert der Yager Code?
Eine Yager Code-Sitzung dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten.
Manche Anliegen lassen sich in einer einzigen Sitzung lösen. Andere brauchen mehrere Yager Code-Sitzungen – etwa eine Rauchentwöhnung, wenn jemand schon seit vielen Jahren oder gar Jahrzehnten raucht.
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Muss ich beim Yager Code in Hypnose gehen?
Nein. Edwin Yager grenzte seine Methode explizit von der Hypnose ab. Du bleibst die ganze Zeit bei vollem Bewusstsein, führst ein normales Gespräch und behältst die Kontrolle.
Erfahrungen meiner Klient:innen und meine eigenen zeigen aber: Hypnose intensiviert die Methode. Außerdem erleben Klient:innen die Entspannung durch die Hypnose als äußerst angenehm und hilfreich.
Wie sind die Erfahrungen von Klient:innen mit dem Yager Code?
Für viele Menschen ist der Yager Code zunächst ungewohnt – seine Grundidee eines höheren Bewusstsein ebenso wie das Vorgehen. Nicht immer tauchen konkrete Erlebnisse vor dem geistigen Auge auf, oft ist es eher ein Gefühl oder ein diffusen Wissen.
"Die erste Yager Code-Sitzung war am intensivsten, da habe ich die meisten Bilder gesehen." Peter, über ein Coaching mit dem Yager Code
Am Ende berichteten alle meine Klient:innen von spürbarer Erleichterung und einer deutlichen Besserung ihres Anliegens.
Bei Evi etwa sank die Angst vor Spinnen von 9 auf etwa 2 Punkte auf einer Skala von 1 bis 10.
Bei mir selbst habe ich erlebt, wie sich eine innere Blockade durch den Yager Code löste – und ich mich plötzlich mutig und gelassen fühlte. Die Angst, die ich vorher hatte, war wie weggeblasen – als hätte es sie nie gegeben.
"Ich kann nicht erklären, was passiert ist, aber ich spüre, dass sich etwas in mir verändert hat." Martina über die Yager-Code-Methode
Yager Code strengt weniger an als andere Methoden
Viele meiner Klient:innen mögen die Arbeit mit dem Yager-Code, weil sie sie als leicht empfinden. Sie müssen sich nicht aktiv beteiligen, sich nicht an belastende Erinnerungen oder schwierige Gefühle herantasten. Stattdessen übernimmt das Zentrum – also das höhere Bewusstsein – die eigentliche Arbeit. Es spürt die inneren Anteile auf, die Veränderung brauchen, und löst Blockaden auf seine Weise.
Für die Klient:innen bedeutet das: Sie dürfen einfach loslassen und dem Prozess vertrauen, während im Inneren bereits etwas in Bewegung kommt – es ist fast wie eine sanfte Massage für die Seele.
Was sagt die Wissenschaft zum Yager Code?
Die wissenschaftliche Evidenz für den Yager Code ist dünn. Es gibt einige Fallberichte und kleinere Studien, aber keine großangelegten, methodisch sauberen Untersuchungen, die die Wirksamkeit zweifelsfrei belegen würden.
Dich die Grundidee, dass Erfahrungen unser Verhalten prägen und dass daraus Blockaden oder einschränkende Muster entstehen können, ist in Psychologie und Neurowissenschaften breit anerkannt. Der Yager-Code ist ein Ansatz, der diese Prinzipien auf seine eigene Weise zum Wohle von Menschen umsetzt.
Über die Autorin |
![]() Martina Janning Rheuma Coach, zertifizierte Stressmanagement-Trainerin & selbst von Rheuma betroffen
Martinas Vision ist es, dass Menschen mit entzündlichem Rheuma ohne Einschränkungen so leben können, wie sie es möchten. Martina ist seit 2017 selbst an Rheuma erkrankt und heute nahezu beschwerdefrei. | Erfahre mehr über Martinas Angebote und abonniere ihren Newsletter. | Folge ihr auf Instagram.
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